Trinkgeld auf Kreuzfahrt
Dezember 12th, 2017 von Mr. Ralf

Das Landgericht Koblenz sagt „Nein“ zum automatisch in Rechnung gestellten Trinkgeld auf dem Bordkonto der Passagiere.

(Fast) alle Kreuzfahrt Passagiere kennen das. Das Trinkgeld oder Serviceentgelt wird täglich dem Bordkonto belastet und am Ende der Kreuzfahrt kann die Zahlung gekürzt, erhöht oder gestrichen werden.

Dies ist laut Urteil (Az: 15 O 36/17) des Landgericht Koblenz vom 30. Oktober 2017 unzulässig.

In dem, vor dem Landgericht Koblenz, verhandelten Fall buchte der Reiseanbieter „Berge & Meer Touristik GmbH“ als Trinkgeld während der Kreuzfahrt automatisch 10 Euro pro Person und Nacht vom Bordkonto der Reisenden ab. Das Unternehmen berief sich dabei auf die eigenen AGB´s.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. hielt die automatische Belastung des Bordkontos  für unzulässig, da dies über die vertragliche Hauptleistung der Kreuzfahrt hinausginge. Der Bundesverband zog vor Gericht und hat Recht bekommen.

Verbraucher müssen einer Zahlung, die über die Hauptleistung hinausgeht, wie hier das Trinkgeld, ausdrücklich zustimmen. Nach Auffassung des Landgericht Koblenz verstößt das Unternehmen damit gegen das Gebot der Ausdrücklichkeit.

Trinkgeld oder Serviceentgelt gibt es weiterhin
Das Urteil verbietet den Kreuzfahrt Reedereien nicht die automatische Belastung des Bordkontos mit Trinkgeld oder Serviceentgelt. Der Kunde muss einer solchen Regelung explizit zugestimmen.

Was bleibt unterm Strich als Ergebnis für den Kunden?
Die Veranstalter werden wahrscheinlich in Zukunft die AGB`s ändern und sich vom Kunden die Einwilligung, das Trinkgeld oder Serviceentgelt, in Rechnung zu stellen bestätigen lassen.

Bei Norwegian Cruise Line, Costa, AIDA und TUI Cruises sind Trinkgelder ohnehin schon im Reisepreis enthalten.

Ralf für Kreuzfahrt 4.0

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Costa Crociere Pepper Roboter Costa Diadema
März 10th, 2017 von Mr. Ralf

Zukünftig sind im Reisepreis für eine Kreuzfahrt mit Costa bereits die Trinkgelder inklusive.

Ab Freitag, den 10. März 2017, gilt die Regelung für neue Flexpreis- und neu angelegte Gruppen- Buchungen bei Costa Kreuzfahrten. Für Buchungen zum Katalogpreis bleibt zunächst das bisherige Preismodell, also exklusive Trinkgelder, gültig.

„In der internationalen Kreuzfahrt ist es üblich, den guten Service der Crew zu honorieren. Wir bei Costa Crociere sind davon überzeugt, dass ein hervorragender Service Teil der
Dienstleistungsmentalität der Kreuzfahrtindustrie ist und die Leistung jedes Einzelnen den entscheidenden Unterschied ausmacht. Mit dem neuen Preismodell reagieren wir auf den Wunsch unserer Kunden und Vertriebspartner, die nun von einem transparenten Reisepreis und mehr Provision profitieren“, so Hardy Puls, Country Manager Costa Deutschland.

Mit dem neuen Katalog von Costa Kreuzfahrten, der im Frühling 2017 erscheint, wird dann ebenfalls das neue Preismodell „Trinkgelder inklusive“ für Costa Kreuzfahrten im Winter 2017/2018 und Sommer 2018 eingeführt.

Für Reisebüros interessant: die inkludierten Trinkgelder wird dann auch bei Costa verprovisioniert.

Ralf für Kreuzfahrt 4.0

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MSC Poesia in New York
Oktober 19th, 2015 von Mr. Ralf

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat seine Entscheidung vom 7. Mai 2015 bestätigt, dass zuvor feststehende obligatorische Trinkgelder auch Service-Entgelt oder Servicecharge nicht separat angegeben werden dürfen. Die Revision von MSC ist somit gescheitert.

Bislang gab es sehr unterschiedliche Urteile zu dem Thema Service Entgelt oder auch Servicecharge genannt.

In dem verhandelten Fall hatte MSC eine Reise mit der MSC Poesia „Der Zauber des Nordens“ beworben. In der Preisangabe gab es den Zusatz „zzgl. Service Entgelt“. Das Service Entgelt wurde wie folgt erläutert: „Special zzgl. Service Entgelt. Am Ende der Kreuzfahrt fällt zusätzlich ein Service Entgelt in Höhe von € 7,- p.P./beanstandungsfrei an Bord verbrachter Nacht an.“

msc

Foto: BGH Urteil

Andere Kreuzfahrt-Anbieter wie Royal Caribbean, NCL, Costa, oder Celebrity Cruises berechnen pauschale Trinkgelder.
Die BGH Richter haben nun Ihre Entscheidung (Az. I ZR 158/14), dass diese Preisangaben gegen
§ 1 Absatz 1 Satz 1 Preisangabeverordnung (PAngV) verstoßen, bestätigt. Dort ist geregelt, dass der zu zahlende Preis einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile angegeben werden muss.
Die Höhe des Service-Entgelts stünden von Anfang an fest. Dass der Verbraucher den Endpreis auch durch einfache Rechenschritte ermitteln könne, entbinde die Beklagten nicht von der Pflicht zur Angabe des Endpreises.
Der Verbraucher muss in die Lage den Gesamtpreis der angebotenen Ware oder Dienstleistung zu erkennen. Wird lediglich ein Teilpreis angegeben, bestehe die Gefahr, dass der Verbraucher zu einer Entscheidung veranlasst wird, die er sonst nicht getroffen hätte.

MSC umgeht dieses schon erwartete Urteil und verzichtet seit 1. April 2014 auf das Service-Entgelt. MSC gibt eine Trinkgeld-Empfehlung, die von der Reisedauer und dem Reiseziel abhängig ist. Auch die Höhe bleibt ebenso wie das bisherige Service-Entgelt.

Ralf für Kreuzfahrt 4.0

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