Westliches Mittelmeer mit der MSC Meraviglia

MSC Crociere S.A. 31 May 2017 MSC Meraviglia Flag Ceremony in St. Nazaire - Official delivery of MSC Meraviglia to MSC Cruises

Christoph Hruschka berichtet von seiner Kreuzfahrt im Oktober 2018 mit der MSC Meraviglia auf der Route westliches Mittelmeer Genau – Civitavecchia – Palermo – Cagliari – Palma de Mallorca – Valencia – Marseilles – Genua.

Über uns:
Wir, das sind Mama, Papa und zwei Töchter, 7 und 2 Jahre alt. Es handelte sich um unsere dritte Kreuzfahrt. Zum dritten Mal mit MSC und auch nach dieser Kreuzfahrt sehen wir keinen Grund warum wir eine andere Reederei ausprobieren sollten. Für uns hat auch diesmal das Gesamtpaket mit einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis gepasst.

Die MSC Meraviglia war aufgrund von Ferien in verschiedenen Bundesländern ausgebucht.
Das Wetter während der Kreuzfahrt war so lala. Die ganze Woche gab es in ganz Italien schwerste Unwetter, so gesehen hatten wir eigentlich Glück auf der Kreuzfahrt. Leider konnten wir in Civitavecchia erst mit vier Stunden Verspätung einlaufen, der Ausflug nach Rom hatte sich somit erledigt. In Palma de Mallorca ging es mit zwei Stunden Verspätung an Land, aufgrund der langen Liegezeit war das aber kein Problem. In Palermo ging ein Unwetter nieder, da waren die Gassen plötzlich Bäche – nunja, so ist das mit dem lieben Wetter.

Da bei den auf den Kreuzfahrt angelaufenen Häfen nun wirklich keine Exoten dabei waren, möchte ich hauptsächlich unsere Eindrücke von der MSC Meraviglia wiedergeben.
Nach der MSC Musica und MSC Preziosa haben wir uns diesmal für die MSC Meraviglia entschieden. Gebucht hatten wir bei MSC eine Heckkabine, welche ein absoluter Glücksgriff war.

Kabine 13253 auf der MSC Meraviglia
Es handelte sich um eine Super-Familienkabine, wobei zwei Balkonkabinen eine kleine Innenkabine „umschließen“ und mittels Verbindungstüren verbunden sind.

MSC Meraviglia Westliches Mittelmeer Kabine 13253

Foto: Christoph Hruschka MSC Meraviglia Kabine 13253

Offenbar war die Innenkabine von einem Einzelreisenden gebucht, so dass unser Kabine als normale Balkonkabine zur Verfügung stand.
Die Kabine 13253 hat neben dem Doppelbett kein Sofa, sondern in einer Nische ein Stockbett.

MSC Meraviglia Westliches Mittelmeer MSC Meraviglia Kabine 13253

Foto Christoph Hruschka MSC Meraviglia MSC Meraviglia Kabine 13253

Dadurch wird sie gerade zum Balkon hin unglaublich geräumig und breiter als eine Standard-Balkonkabine. Meine Frau hat es mit den Worten: „Man hätte sogar darin tanzen können“ beschrieben.

Stauraum
Es gab keine Probleme mit dem Stauraum. Neben dem Schrank waren in der „Stockbettnische“ an den Kopfenden noch 4 Regale, zwei Schubladen unter dem Bett sowie ein schmaler Schrank eingebaut. Wir haben den Inhalt von 3,5 großen Koffern ohne Problem untergebracht und es war sogar noch Platz für mehr. Die Nachbarn haben wir nicht gehört, auch nicht durch die Verbindungstüre zur Innenkabine.

Sauberkeit der Kabine
Ansonsten war die Kabine ordentlich ausgestattet, das Housekeeping freundlich aber leider sehr schlampig – so wurde z.B. der leere Seifenbehälter erst nach zwei Tagen und Hinweis von uns aufgefüllt. Auch sonst ließ die Reinigungsleistung eher zu wünschen übrig – naja, kein Beinbruch.

Lage der Kabine
Wir hatten in der Woche teilweise starken Seegang und in der Tat hat man das in unserer Kabine sehr deutlich gespürt. Für uns war das kein Problem, aber wer Probleme mit Seekrankheit hat sollte eine andere Kabine wählen. Auf dem Balkon gab es keine Geruchsbelästigungen durch Müll oder Abgase.
Auf facebook hatte ich eine Empfehlung für eine Reise-Hängematte gesehen – danke dafür, sie hat sich gelohnt.

Restaurants:
Gefrühstückt haben wir immer im Buffet Restaurant: Wie auf allen MSC Schiffen (zumindest auf denen wir bisher unterwegs waren) ging es ordentlich zu und nach spätestens 5 Minuten haben wir einen freien Platz gefunden. Unser Tipp: Besonders leicht bekommt man einen Tisch wenn man nicht direkt am Buffet, sondern ganz hinten oder im vordersten Bereich sucht. Qualitativ gab es überhaupt nichts zu bemängeln und auch die Auswahl war, MSC Kreuzfahrten gewohnt, sehr groß.
Das Mittagsbuffet haben wir nur am Einschiffungstag und während der Liegezeit in Civitavecchia genutzt. Hier gilt das gleiche wie für das Frühstück – qualitativ und quantitativ kein Grund zum Klagen. Allein mehr Körpereinsatz oder Geduld aufgrund der Menschenmassen war hier angesagt.
Das Abendessen haben wir im Bedienrestaurant zu uns genommen und hatten uns für die zweite Tischzeit entschieden. Zuerst fühlten wir uns etwas vor dem Kopf gestoßen, da wir in einen separaten Teil des Buffetrestaurants „abgeschoben“ wurden aber unsere Sorgen waren unbegründet. Alle Tische waren analog dem „echten“ Bedienrestaurants eingedeckt. Es gab die gleichen Speisekarten und auch am Personal wurde nicht gespart. Es war sogar angenehm ruhig und man hatte viel Platz, da nicht so eng bestuhlt wurde und die Tische klein waren. Keine Fotografen die einen nervten, aber auch keine Tortenpräsentation…..
Das Essen war auf üblichem MSC-Niveau. Meiner Meinung und Erfahrung nach eher darüber. Meine Frau war von den Fischgerichten sehr angetan. Bei meinen Fleischgerichten gab es Ausreißer nach unten und auch oben. Grundsätzlich hat es uns aber immer sehr gut geschmeckt und zusammenfassend ist zu sagen, dass das Essen auf der MSC Meraviglia von unseren drei Kreuzfahrten das bisher Beste war.

Kinderbereich:
Leider die erste Enttäuschung: Die MSC Meraviglia ist ein Riesenschiff und dann sind die Aufenthaltsräume für die verschiedenen Kinderclubs so klein? Nein danke. Unsere Große war nach zwei Stunden bedient und das war’s dann. Ansonsten wird für die kids viel geboten. Spielautomaten, Bowlingbahn, Turnhalle, Flug- und F1-Simulator. Preislich aber happig und für uns auch uninteressant. Bowling macht keinen großen Sinn, wenn das Schiff ständig in alle möglichen Richtungen schaukelt.

Öffentliche Bereiche / Theater / Cirque de Soleil
Und nun kommen wir zu dem Bereich, der für uns persönlich die MSC Meraviglia leider recht uninteressant macht. Das tolle Atrium, das wirklich schöne Casino, die netten Bars, das gelungene Design – leider alles den Menschenmassen nicht angemessen. Wir haben es auf der MSC Musica und MSC Preziosa genossen, vor oder nach dem Abendessen oder Theater einen Cocktail zu trinken. Die Leute zu beobachten oder nette Gespräche mit unbekannten Mitreisenden zu führen. Und jetzt? Stehparty und Gedränge ist angesagt, dafür wird der Raum von leeren Spezialitätenrestaurants beansprucht. Eine Champagnerbar die zwar groß ist, aber nur einen Bruchteil der üblichen Cocktails, dafür aber Kaviar und andere Edel-Häppchen, anbietet. Ein Schokoladen-Shop, der soviel leeren Raum beansprucht, dass man darin einen Tanz-Wettbewerb abhalten könnte. Nur zwei Treppenhäuser und Aufzugsbereiche (ja, es gibt noch die Panorama-Aufzüge) sind unserer Meinung ebenso zu wenig bzw. gehören mehr über die Länge des Schiffes verteilt – auch wenn die Aufzug-Anzahl und die Steuerelektronik gut ist, aber die Wege werden da schon übertrieben lang. Die Kritik, dass es zu wenige Sitzgelegenheiten im öffentlichen Bereich der MSC Meraviglia gibt können wir nur unterstreichen. Wen das jedoch nicht stört und auf Party steht (der Bereich des Atriums wird abends teilweise zur Animation verwendet) wird auf der MSC Meraviglia sicher glücklich.
Toll ist die Show Cirque de Soleil. Wir haben die Nachmittagsvorstellung genutzt, die auch für Kinder geeignet ist (es gibt Popcorn und Kinder-Cocktails). Auch dass man sich für die normalen Theatervorstellungen (haben uns im Übrigen auch sehr gut gefallen) jeweils anmelden muss fanden wir in Ordnung. Dank MSC App war das auch kein Thema.

Pools
Die Pools gefallen, sind aber nichts Besonderes.
Positiv: Bei starken Andrang in die Whirlpools achteten die Bademeister von MSC darauf, dass es keine Langzeit-Beleger gab.

Landgänge
Das Ein- und Aussteigen in den Häfen verlief erstaunlich zügig, da hatten wir bei unserer Kreuzfahrt mit der der MSC Preziosa wesentlich längere Wartezeiten. Das lag aber vermutlich auch daran, dass die MSC Meraviglia in fast jedem Hafen auf dessen eigene Infrastruktur (Sicherheitskontrolle) zurückgreifen kann, was natürlich enorm hilft.

Unser Fazit zur MSC Meraviglia
Die Bezeichnung „seelenloser Menschfrachter“ (Zitat aus einem Kreuzfaht Bewertungsportal) ist übertrieben. Grundsätzlich ist die MSC Meraviglia ein schönes Kreuzfahrtschiff, aber für uns kommt diese Schiffsklasse nur auf Routen in Betracht, bei denen man täglich einen Hafen anläuft. Seetage können wir uns auf der MSC Meravilgia nicht vorstellen. Allerdings sind wir auch eher die gemütlichen Kreuzfahrer und keine Partypeople (dieses Publikum wird mehr Freude haben). Wer gebucht hat soll sich aber nicht grämen: Zum einen sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden, zum anderen ist die MSC Meraviglia keinesfalls schlecht als andere Kreuzfahrtschiffe von MSC, aber für uns zu groß. Wer MSC kennt wird aber keine unangenehmen Überraschungen erleben, viel ist so wie auf den anderen Schiffen. Manches besser (z.B. das Essen oder die digitalen Möglichkeiten via Handy-App). Manches schlechter (für uns der Gemütlichkeitsfaktor).

Ausflüge auf der Route
Civitavecchia: Aufgrund der Verspätung sind wir in Civitavecchia geblieben. Viele Shuttle-Busse, meistens im Pulk, fahren vom Anleger in die Stadt. Daher einfach abwarten
Palermo: Die Stadt zu Fuß erkundigt. Lästig und aufdringlich sind Taxi- und Kutschenfahrer am Hafenausgang. Sehenswert ist die Oper, die Kathedrale und der Palast/Regierungssitz.
Calgiari: Wir haben einen Mietwagen direkt am Hafen bei carbustec geordert und übernommen. Dann nach San Sperate (auch für Kunstmuffel wie mich ein Erlebnis) gefahren. In San Sperate gibt es einen schönen Rundweg durch das Dorf. Eine Karte erhält man im Zentrum. Im Anschluss sind wir nach Pula, zu den dortigen Ausgrabungen, gefahren.
Palma de Mallorca: Haben aus Bequemlichkeit den MSC-Shuttle ins Zentrum genommen.
Valencia: Die positive Überraschung – eine ganz tolle Stadt. Valencia werden wir nochmal über ein Wochenende besuchen. Wir sind mit dem kostenlosen Hafen-Shuttle zum Hafenausgang, von dort mit Bus-Linie 4 ins Zentrum, gefahren. Es wurden sogar Sonderbusse der Busgesellschaft eingesetzt. Fahrpreis 1,50 Euro einfache Strecke. Unbedingt viel Zeit nehmen um das Stadtzentrum zu erkunden.
Marseilles: Den Mietwagen haben wir bei Sixt bestellt. Dieser wurde direkt am Kreuzfahrt Terminal übergeben. Wir sind dann nach St. Remy und etwas durch die Provence gefahren. Viel Zeit hat man leider nicht. Die Mietwagen Rückgabe erfolgte am Hafeneingang und der Sixt-Mitarbeiter hat uns dann noch zum Kreuzfahrt Terminal gefahren.

Dieser Reisebericht spiegelt die persönliche Erfahrung und Meinung des Autors Christoph Hruschka wieder. Nicht die Meinung von Kreuzfahrt 4.0.

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November 4th, 2018 von